Meine Bilder

Meine Bilder sind grundsätzlich aus rein bildmäßigen Bedingungen heraus gedacht und entstehen ohne Bezug auf alles Gegenständliche. Deshalb verzichte ich auf eine individuelle Betitelung. Im Laufe der Jahre hat sich durch meine Arbeit ein System herausgebildet, in das sich meine Bilder einordnen lassen. Es handelt sich dabei um fünf formale Kategorien, die sich jeweils auf den kompositorisch dominanten Bestandteil eines Bildes beziehen. Es hat sich als sich als sinnvoll erwiesen, meine Bilder nach diesen Kategorien zu benennen und ihnen so ihre Plätze in meinem Gesamtwerk zuzuweisen. Natürlich ist es dem Betrachter überlassen, mehrere solcher Kategorien in ein und demselben Bild (siehe Bild des Monats) zu entdecken ...

Quadrat
Das Quadrat ist Ausdruck von Ruhe und Klarheit – eine kraftvolle Mitte. Diese starke meditative Form ist jedoch nie ein mathematisch genaues Rechteck. Die Umrisse sind unscharf, die Ränder aufgelöst, die Form geht in ihre Umgebung über. Und das ist die Umgebung der „wilden" Oberflächen, in deren Meer meine Quadrate und Rechtecke schwimmen. Festkörper gewissermaßen im amorphen Strom der aufgelösten Formen.

Korpus
Der Korpus ist die räumliche Entsprechung zum Quadrat. Er ragt in die Welt, monolithisch, kraftvoll, majestätisch nimmt er Platz in Anspruch – und ich stürze ihn, verletze und zerreiße ihn, lasse ihn zerfallen, um aus seinen Bestandteilen eine neue Gestalt zu bauen, eine lebendige körperhafte Form, die sich organisch in ihre Umgebung fügt und damit von höchster Konsistenz ist. Das ist eine schwingende Form, deren Kraft nicht mehr aus Starre und Ernst, sondern aus elastischer Standfestigkeit besteht.

Fragmente
Wenn die Elemente der Komposition sich gewissermaßen auflösen, wenn sie, sich selbst überlassen, auf der Bildoberfläche schwimmen, ohne dabei ihre Herkunft zu verleugnen, nenne ich sie Fragmente. Das können Teile eines Quadrats, eines Korpus, eines Monoliths sein. Als Teile stehen sie jeweils für das Ganze, ohne dieses selbst zu sein. Auf diese Weise lassen sich mehrere der starken formalen Elemente auf einem Bild versammeln und miteinander in eine kompositionelle Beziehung treten.

Form
Die Form ist das freie Gestaltungselement, das keine oder nur eine lose Verbindung zu den anderen vier Kategorien hat. Es ist eine grundabstrakte Absicht, die weder formal noch inhaltlich einem benennbaren Gedanken verpflichtet ist. Isofern ist sie die „wildeste" Kategorie, auch die subversivste, denn die Form verweigert sich jedem Gesetz, ich lasse sie schweben in einer Art kontrollierter Regellosigkeit, allein die Komposition bestimmt ihre Gestalt und ihren Ort im Bild.